Beziehungsweise Streiten 01: Bindungs-Basics

Juni 9, 2026

Beziehungsweise Streiten 02: Gedankeneinschübe

Juni 17, 2026

    Victoria liegt auf dem Bett, ein Elmo-Plüschtier achtlos als Kopfkissen unter die lockigen Haare gestopft. “Schwöre, er ist so avoidant,” sagt sie, während sie ihr Handy in die Luft hält & auf diesem achtlos Männerporträts nach links swipt. “Passt ja zu dir,” tonlos lächelnd, Robert auf dem Boden neben dem Bett. Victoria schnaubt. Robert grinst. Beide lachen.
    “Stimmt schon, bin einfach eine anxious Maus,” das Handy neben sich aufs Bett werfend & zu ihrem besten Freund drehend. “Aber dachte diesmal wirklich, es ist was anderes.” Roberts Augenbrauen suchen seine Stirn. “Vic, das denkst du jedes Mal.” “& jedes Mal könnt es wirklich was anderes sein.” Sie seufzt. “Bin hopeless, oder?”

    Vor dem Hauptgang: Dreierlei Einschub

    Willkommen zum zweiten Teil der Beziehungsweise Streiten. Im ersten Teil habe ich knapp zusammengefasst, wie die Bindungstheorie entstanden ist, was sie umfasst & wie Konflikte in ihr auftauchen. Dabei habe ich weitestgehend versucht, den Grundlinien der Bindungstheorie, inkl. ihrem starken Fokus auf die romantische Paarbeziehung zwischen zwei Erwachsenen zu folgen. In den nächsten Teilen will ich nachverfolgen, was die Theorie eigentlich über Ebenen jenseits der Zweisamkeit sagt. Heute aber erstmal einige Gedanken, die ich zur Bindungstheorie & ihrer Rezeption habe, die ich letztes Mal zurückgehalten habe. Es sind vor allem drei Einschränkungen, die ich hierzu machen möchte.

    1. Die Sache mit dem “Sein”

    Bindungstheorie ist ein Bündel jenes Gerüsts an Wissen, das als “therapeutischer Mainstream” durch die verworrenen Pfade der Selbsthilfekultur des 20. Jahrhunderts1 seinen Weg in die Insta-Stories, Alltagsgespräche & Selbsterklärungsversuche unserer Zeit gefunden hat. In der Regel vereinfachen sich Konzepte auf diesen Weg, werden linear & widerspruchsfrei, einfach verdaulich & verlieren dabei aber auch wichtige Teile des in ihnen enthaltenen Wissens. Mit Bindungstheorie ist das nicht anders.
    Bindungstypen, insbesondere unsere eigenen oder die von Menschen, mit denen wir gerade ein Huhn zu rupfen haben, sind in diesem Diskurs etwas, das wir haben oder im schlimmsten Fall sogar sind: von “Ich habe einen vermeidenden Bindungsstil” zu “bin einfach eine anxious Maus”. Es geht um Wesenseigenschaften & ganze Persönlichkeiten, nicht um Verhaltensweisen & Tendenzen.
    Dies mag die Bedürfnisse der Pop-Therapie befriedigen, nämlich einfache Kategorien anzubieten, anhand deren sich Wirklichkeit sortieren lässt. Nur hört es dabei auf, zu beschreiben, wie Menschen wirklich sind. Einmal, indem sie schon Widersprüchlichkeiten in den Einzelnen glätten, ignorieren, dass auch wer sich die meiste Zeit sicher gebunden verhält manchmal Verhalten zeigt, das eher ängstlich oder vermeidend ist. & auch darin eine Präferenz hat, welches ausgewählt wird.
    Dann aber auch, indem sie ignorieren, dass die Art & Weise, auf die wir uns verhalten, nicht nur einfach irgendwie in uns passiert, sondern sich zwischen den verschiedenen Beziehungen, die wir führen, unterscheiden kann… Deshalb wurde in der Bindungstheorie schon in den 80ern die Idee eines “Kategorisierungs-Ansatzes”, der einteilt & trennt, abgelegt – zugunsten des Bildes eines “Beziehungsprozesses, der den Einfluss der dyadischen2 Partner:innen & die Entwicklung von Beziehungen”3 mit einfängt. Wir haben also keinen Bindungstyp, vielleicht eher so etwas wie einen Bindungsstil, in dem sich aber auch Brüche, Vielheiten & Uneindeutigkeiten zeigen & der sich mit unseren Beziehungen verändern kann.
    Die Idee des Bindungsverhaltens als etwas, das wir sind, als etwas Wesenhaftes, Fixes verstellt uns dabei aber eben die Sicht darauf, dass unser Bindungsstil ein Prozess, also etwas lebenslang sich weiter formendes, ist. Robert Kegan schlägt vor, das Wort “Person gleichermaßen als Bezeichnung für eine Aktivität wie eine Sache zu verstehen”4 & meint damit, einfach gesagt, dass mein Selbst etwas Werdendes, Prozesshaftes ist, das immer wieder genau da entsteht, wo ich es mache. Ich denke, dieser Gedanke ist auch wichtig im Nachdenken über unseren Bindungsstil.

    Tatsächlich wird ja auch, gerade in den Ratgeberlektüren, die sich mit dem Thema beschäftigen, genau diese Veränderbarkeit des eigenen Bindungsstils häufig betont. Aber was oft am Ende dabei bei den Konsument:innen dieser Ratgeber ankommt, scheint eher die Idee einer fixen Charaktereigenschaft zu sein, die sich im frühkindlichen Erleben geformt hat & jetzt als eine Art Schicksal zu erleiden ist.
    Und ja: Wir sind besonders geprägt durch unsere frühkindlichen Erfahrungen und es wäre falsch bis hin zu zynisch gerade denen, die mit ihrem eigenen Bindungsverhalten kämpfen, etwas davon zu erzählen, dieses sei nur selbstgewählt & sie seien deshalb ja fast irgendwie selber schuld. Nur wer auf dieser Basis von einem festgelegten Bindungstyp ausgeht & davon, man sei jetzt dieser Bindungstyp, wird auch in der Gegenwart den eigenen Handlungshorizont im Sinne dieser Identifikation verengen; wird sich, in Momenten, in denen es tatsächlich mal die Offenheit gibt, dieses oder jenes Verhalten zu wählen, fürs Altbekannte entscheiden – mit vermutlich altbekanntem Ergebnis.
    Betrachten wir unseren Bindungsstil als einen Prozess, vielleicht als einen Weg, den wir gehen, können wir vielleicht sehen, warum ein solches starres Bild uns hindert. Unsere frühen Bindungserfahrungen prägen zwar viel, bestimmen, ob wir uns zu Fuß, mit Fahrrad oder Schiff auf diesen Weg machen, was unsere erste Annahme ist, wenn wir Fremden auf diesem Weg begegnen, & wie wir Entscheidungen treffen, wenn wir an eine Kreuzung kommen. Aber letztlich kann sich unsere Art, diesen Weg zu gehen, verändern &, in Wechselwirkung damit, auch der Weg selbst.
    Der sonst eher für seine ketzerischen Hinweise, dass die Menschen gar nicht so hetero seien, wie das Patriarchat das behauptet, bekannte Alfred Kinsey sagte: “Die ersten Erfahrungen, die intensivsten Erfahrungen und die letzten Erfahrungen haben den maximalen Einfluss auf das nachfolgende Verhalten des Individuums”5. Mir gefällt diese Aufzählung, weil sie die frühkindlichen Erfahrungen als mit am prägnantesten ernst nimmt, aber gleichzeitig zeigt, welche anderen einen großen Einfluss darauf haben, wie wir uns erklären, wer wir sind, & uns deshalb verhalten.

    Wer vom eigenen Bindungstyp als biographischem Schicksal ausgeht & entsprechend handelt, schafft damit die Art selbsterfüllender Lebensweg, in dem erste, intensivste & letzte Erfahrung
    weitestgehend dieselben Erlebnisse produzieren. Aber das ist bei weitem keine Notwendigkeit. Tatsächlich zeigt die Forschung, dass Bindungsstile vielfältig veränderbar sind. Spannend dabei ist, dass sich sowohl zeigen lässt, dass sichere & stabile Bindungserfahrungen unsichere Bindungsstile stabilisieren können, aber andersrum auch große, chaotische Veränderungen, stürmisch-verletztende Beziehungen oder Dauerstress Unsicherheit in sichere Bindungsstile bringen können.

    2. Bindungsfatalismus

    Der zweite Punkt, den ich ansprechen möchte, ist etwas, das ich Bindungsfatalismus nenne. Damit meine ich, dass von Bindungsverhalten, sei es das eigene oder von jemand anderem (z. Bsp. die Person, mit der gerade angebändelt wird) im Alltag oft nur im negativen Sinne die Rede ist – wer sicher gebunden ist, wird selten als solches benannt, sondern eher werden Bindungsmuster als entschuldigende Eigendiagnose oder erklärende bis beschuldigende Fremddiagnose vorgebracht. Fast immer jedoch mit einem pathologisierenden Unterton. Bindungsverhalten, wo es zur Sprache kommt, ist etwas, das aus der Norm fällt, das erklärt & sortiert werden muss.
    Das ist erstmal sehr verständlich. Die Leute, die ein Buch über Bindungstheorie in die Hand nehmen, machen das sehr selten aus dem Gedanken “Mensch, meine Beziehungen sind so toll, ich frage mich, warum das so ist” heraus – im Gegenteil. Wer seine Beziehungen genießt, fragt selten6 & wer fragt, tut dies in der Regel aus einem Leiden an den eigenen Beziehungen.

    Aber aus diesem verständlichen negativen Bias wird häufig auch wieder ein Kurzschlussloop: Wer das eigene Leiden aus (dem eigenen oder fremden) Bindungsverhalten erklärt, wird an diesem Bindungsverhalten logisch die Teile hervorheben, die Leiden erzeugen. So weit, so klar, so gut. Nur dass im Anschluss oft diese Hervorhebung verloren geht & diese Leiden erzeugenden Teile im Rückschluss nicht als Teile sondern als Ganzes identifiziert werden & plötzlich ein ganzer Bindungstyp (der darin natürlich auch wieder als starr & unveränderlich fixiert wird) nur noch aus Ungewolltem & Leidvollen besteht.
    Ohne Frage verhalten sich Menschen in den Tiefen einer Aktivierung des Bindungssystems manchmal auf Arten, die ungewollt oder leidvoll sind. Wenn nicht, wären wohl nicht so viele Bücher darüber geschrieben worden. & diese Vereinfachung zur diagnostizierbaren Pathologie mag auch durchaus als argumentative Strategie taugen – sei es im Sinne der Anklage oder der Entlastung einer solchen. Aber sie ist doch nicht geeignet, die reale Vielfalt von Personen zu beschreiben, oder den Diagnostizierten Wege sich zu verändern oder auch einfach nur selbst wertzuschätzen aufzuzeigen.

    Wie wäre es, wenn wir einmal darauf schauen, was gerade die als unsicher gelabelten armen Patient:innen vielleicht an höchst erstrebenswerten Eigenschaften als Teil ihres schrecklichen Schicksals erhalten haben?
    Ich sehe da bei Menschen, die viel zu ängstlichem Bindungsverhalten neigen, häufig einen sehr scharfen Sinn für Andere, sehe Menschen, die einen Raum betreten & die Stimmungen in ihm präzise lesen können. Und solche, die bereit sind, die schweren, unbequemen Sachen auszusprechen, die Konflikte führen, weil ihnen authentische, verbundene Beziehungen wichtiger sind als Oberflächenverknüpfungen, die Harmonie auf Kosten von Tiefe erzwingen.
    Bei vermeidenden Menschen sehe ich die, die auch dann noch einen klaren Kopf behalten, wenn alles um sie herum schon lange in Chaos versunken ist, die noch inmitten umgreifender Ohnmacht sich Handlungsfähigkeit & Stärke wahren. & die Art Mensch, deren Liebe nicht in großen Worten oder Gesten Ausdruck findet, sondern in gestrichenen Wänden, gefahrenen Umzügen & selbstgebauten Regalen.
    Aber, aber, aber: Unsicheres Bindungsverhalten ist, im besten Fall eine Schwäche, im schlimmsten Fall eine Krankheit, auf jeden Fall keine Ressource. Sagt zumindest die Pathologisierung. Ich würde an dieser Stelle widersprechen wollen.
    Weil ja: Jedes der von mir beschriebenen Verhalten hat seine dunkle Unterseite, seine ungewollt-leidvolle Variante. Aber wenn wir gesundes menschliches Verhalten dadurch definieren wollen, dass es keine dunkle Unterseite hätte, würden wir wohl mit einer Liste gesunder Verhaltensweisen mit exakt 0 Einträgen enden. Das ist, offensichtlich, Quatsch. Sondern es geht um Übergänge, um Spannbreiten, auf denen dort zu viel, hier gerade genug, irgendwo anders Optimum ist. Es geht um graduelle Unterschiede & darum, dass Veränderung heißt Schritte auf einem Weg zu gehen, nicht zwischen unverbundenen Orten zu springen.

    Was mich an der rein pathologisierenden Sichtweise besonders stört, ist, dass sie in den Diagnostizierenden einen Makel identifiziert, der dann, so der häufig folgende Ratschlag, abzulegen oder gleich ganz zu vernichten ist. Ich würde gerne eine andere Sichtweise vorschlagen, die nicht nur Makel & Auszumerzendes sieht, sondern erstmal Ressourcen & Persönlichkeiten. Die Wege sieht, Liebe ausdrücken zu wollen & die als solche geliebt & wertgeschätzt werden können – & ja: auch verändert.
    Aber der Weg dieser Veränderung ist oft eben die Arbeit mit sich selbst statt gegen sich. Das heißt zu identifizieren, wo Stärken liegen, & diesen mehr Raum geben, statt sie als Schwächen ausrotten zu wollen. Heißt zu frei fließendes einzugrenzen & in Bahnen zu gießen; nicht es sinnlos zu stauen. Heißt da, wo wenig Handlungspielraum ist, neue Möglichkeiten schaffen; nicht die alten abzuschaffen.
    Denn letztlich gibt es zwischen sicheren & unsicheren Bindungsstilen keine harten Grenzen & Menschen zu helfen, mehr Sicherheit mit anderen zu finden, geht da am besten, wo wir ihnen zunächst mehr Sicherheit in sich geben. & das passiert dort, wo wir sie im Ganzen – mit allem Licht & Schatten – sehen, statt sie in schattigen Geschichten einzuengen.

    3. Bindungspluralismus

    Der dritte Punkt & der, den die folgenden Posts in dieser Reihe verfolgen werden, ist, dass ich den Fokus der klassischen Bindungstheorie auf Paarbeziehungen zu eng gefasst finde.
    Einmal, weil auch wenn unsere Partner:innen ohne Frage mit zu den wichtigsten Menschen in unserem Leben gehören, es eben nicht nur Partner:innen sind, zu denen wir enge, intime, gebundene Beziehungen aufbauen. Da sind noch Freund:innen, von denen uns manche länger begleiten als so manche:r Partner:in, aber auch Kolleg:innen. Dabei findet sich schon bei Bowlby eine Aufteilung in primäre & sekundäre Bindungsfiguren, also schon eine Anerkennung dessen, dass auch andere Menschen als die “klassischen” Bindungsfiguren eine Rolle in unserem Leben spielen.
    Tatsächlich hat die “klassische” Bindungstheorie in ihrem Fokus auf Eltern- und Partnerbeziehungen einen (ungewollten?) konservativen Einschlag mitgenommen. Indem Bindung immer meist nur innerhalb der Dyade Elternteil-Kind oder Partner:in-Partner:in betrachtet wurde, wurde diese Beziehung als Norm gesetzt & am Ende kam irgendwie raus, dass Gesundheit nach “Mama-Papa-Kind-Kind-Vorstadtreihenhaus-Hund” aussieht. Dass das schlicht daran lag, dass es eben vor allem (weiße, mittelständige) Familien waren, die in den Studien untersucht wurden & dann – seltsamerweise! – auch rauskam, dass deren prototypischer Lebensentwurf der erstrebenswerteste ist: geschenkt! Relativ systematisch wurde dabei ausgeblendet, dass es auch Menschen gibt, die ohne feste Partner:in leben, aber trotzdem sicher & gebunden in einem lebendigen Netzwerk erfüllender freundschaftlicher Beziehungen leben. Dass es auch Tiere sein können, die zu Bindungsfiguren werden, wird schnell verständlich, wenn wir an die Menschen in unserem Umfeld denken, deren Haustier ihr engster Bezugspunkt ist – & die teilweise jahrelange Trauer, die der Tod eines solchen Begleiters hervorrufen kann.

    Zweitens übersieht diese Engführung, dass die verschiedenen Beziehungen in unserem Leben nicht bindungsisoliert nebeneinander stehen, sondern sich unser Bindungssystem über diese hinweg stabilisiert & reguliert. Es sucht hier, was es dort nicht findet, gleicht dort aus, was hier zu viel ist. Die Person, die zuhause stark vermeidendes Verhalten zeigt, ist nicht so viel auf Arbeit, weil sie dann nicht zuhause sein muss, sondern weil dort die Anerkennung & Regulierung stattfinden, die für sie in den Bindungen zuhause nicht zu haben ist. Unser Bindungssystem ist, wie der Name eben schon sagt, systemisch, seine Elemente miteinander verbunden. & es entwickelt sich ständig weiter, sucht überall nach dem, was es braucht, Sicherheit & Ruhe wahrnehmen zu können.
    Darin sind es auch immer wieder Gruppen, die für uns zu Quellen von Bindungserfahrung werden. Was, übrigens, völlig logisch ist denn “aus evolutionärer Perspektive ist Nähe zu einer Gruppe genauso wesentlich wie Nähe zu einer einzelnen Bezugsperson”7. Die Bindung der Einzelnen an Gruppen wird dabei häufig aber völlig ignoriert.
    Spannend ist dies vor allem, wenn wir es im Zusammenhang mit einem anderen Gedanken betrachten, der sich auch bereits seit Bowlby durch die Bindungstheorie zieht. Er spricht bereits vom Impuls, sich zu binden & das daraus entstehende Bindungssystem, als in einem direkten Zusammenhang mit einem explore-Impuls, einem Erkundungsimpuls in die Welt hinauszugehen & in dieser zu wirken. & Bowlby stellte bereits fest, dass die Ausdrücke unseres Bindungssystems dabei aufs Engste verknüpft sind mit den Ausdrücken unseres Erkundungssystems.
    Erkunden ist also ein normaler Teil des Lebens & führt uns dabei in der Regel in die Mitte von Gruppen – seien das Teams & Organisationen, in denen wir arbeiten, Kollektive & Initiativen, mit denen wir für gerechtere Zukünfte kämpfen oder auch einfach nur der Sportverein, in dem all unsere Freund:innen sind.
    Wie sich dieser Zusammenhang von Bindung & Erkundung ausdrückt & welche Rolle Gruppen darin als Bindungsobjekte spielen – das wollen wir uns in den nächsten Teilen genauer anschauen.

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    1 Wer diesen Pfaden folgen will, findet eine Kartographierung in Eva Illouzs Die Errettung der modernen Seele, Suhrkamp, 1997.

    2 Dyadisch meint hier: die Person, mit der ich in einer jeweiligen Beziehung bin. Wenn du & ich eine Beziehung zueinander haben, bilden wir eine Dyade.

    3 Ren et al., Attachment and self-regulation in the workplace – a theoretical integration, Frontiers in Psychology 15, 2024. Vergleiche auch: Hazan & Shaver, Romantic love conceptualized as an attachment process, Journal of Personality and Social Psychology 52, 1987.

    4 Robert Kegan, The evolving self: problem and process in human development, Harvard University Press, 1982.

    5 Alfred Kinsey et al., Sexual behaviour in the human female, Saunders, 1953.

    6 Warum eigentlich? Wäre es nicht eigentlich viel öfter wert, dass wir gerade die Dinge, die gut sind, die funktionieren, die uns gut tun, einmal darauf hinterfragen, was an ihnen sie gut macht? Vielleicht ließen sich die Erkenntnisse daraus ja auch auf andere Bereiche unseres Lebens übertragen.

    7 Boccato und Capozza, Attachment Styles and Social Groups: Review of a Decade, Testing, Psychometrics, Methodology in Applied Psychology 18, 2011. Eine Übersicht über entsprechende Studien findet sich im bereits zitierten Ren et al.